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UNIS/INF/373
23. Juni 2010

Sterblichkeit von Müttern und Kindern sinkt weltweit

WIEN, 23. Juni (UN Informationsdienst) - Aktualisierte Daten zur Sterblichkeit bei Müttern und Kleinkindern werden die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten darin ermutigen, bei ihrem Treffen Ende dieser Woche dieses Gesundheitsproblem - lange Zeit ein vernachlässigter Bereich der internationalen Entwicklungsbemühungen - in diesem Jahr zur Priorität zu machen.

Nach Angaben des jährlichen Fortschrittberichts der Vereinten Nationen zu den acht Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs), der heute veröffentlicht wird, ist die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren von 12,6 Millionen im Jahr 1990 auf geschätzte 8,8 Millionen im Jahr 2008 gesunken, was einem Rückgang der Sterblichkeitsrate von 100 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten auf 72 im Jahr 2008 entspricht (Rückgang von 28 Prozent). Die Fortschritte sind jedoch hinter dem MDG-Ziel 4 zurückgeblieben, die Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel zu senken. Millionen von Kindern sterben weiterhin jedes Jahr in einem tragisch frühen Alter.

Fortschritte sind in vielen Ländern bei der Müttersterblichkeit zu verzeichnen, und die neuesten vorläufigen Daten deuten darauf hin, dass einige Länder erhebliche Rückgänge erreicht haben. Allerdings ist die Reduktionsrate immer noch deutlich hinter dem Ziel einer jährlichen Reduktion von 5,5 Prozent zurückgeblieben, die erforderlich ist, um das MDG-Ziel 5 zu erreichen so die UNO - nämlich einer Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel zwischen 1990 und 2015. Hunderttausende von Frauen - 99 Prozent von ihnen in den Entwicklungsländern - sterben jährlich in der Schwangerschaft oder bei der Geburt.

"Viel zu lange ist die Gesundheit von Müttern und Kindern im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele vernachlässigt worden" sagte Generalsekretär Ban Ki-moon zum Auftakt einer Initiative für einen gemeinsamen Aktionsplan zwischen Regierungen, Unternehmen, Stiftungen und Organisationen der Zivilgesellschaft am 14. April 2010 in der UNO. "Aber wir wissen, dass dies der Motor für Entwicklung sein kann", fuhr er fort. Er bezeichnete Frauen als Antreiber des Fortschritts und gesunde Kinder als Ausgangspunkt für eine stärkere, besser ausgebildete und produktivere Bürgerschaft.

Die Gesundheit von Müttern ist schwer zu messen, da Dunkelziffern und Unsicherheit darüber hoch sind, welche Faktoren für Mütter am tödlichsten sein können. Aber der UNO Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010 zeigt, dass sich der Unterschied zwischen Stadt und Land in der medizinischen Betreuung bei Geburten verringert hat und dass mehr Frauen qualifizierte Gesundheitsversorgung während der Schwangerschaft erhalten.

Ziel 6 - Kampf gegen tödliche Krankheiten

Zum Start seiner Initiative für einen gemeinsamen Aktionsplan führte Generalsekretär Ban Fortschritte im Kampf gegen HIV/AIDS als Beispiel dafür an, was durch kollektive Anstrengungen erreicht werden kann. Daten aus dem MDG-Bericht 2010 untermauern diese Einschätzung.

"Die Ausbreitung von HIV scheint sich in den meisten Regionen stabilisiert zu haben und mehr Menschen überleben länger", so der Bericht unter Hinweis auf Fortschritte bei dem MDG-Ziel, die AIDS-Pandemie zu stoppen und den Trend umzukehren. Die AIDS-Sterblichkeitsrate hatte im Jahr 2004 einen Höchststand von 2,2 Millionen Todesfällen erreicht. In 2008 ist die Zahl auf 2 Millionen gesunken.

Unter MDG sechs werden tödliche Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose (TB) bekämpft. Die Verbreitung von Tuberkulose ist in den Entwicklungsregionen von 310 Fällen pro 1.000 Personen im Jahre 1990 auf 210 Fälle pro 1.000 Personen 2008 gesunken. In Subsahara-Afrika allerdings stieg die Zahl von 300 Fällen pro 1.000 Personen auf 490 Fälle pro 1.000 Personen in diesem Zeitraum an. Die TB-Sterblichkeit in Subsahara-Afrika ist bis 2003 immer weiter angestiegen, seitdem ist die Trendwende geschafft und die Zahl sinkt, auch wenn die Zahlen von 1990 noch nicht erreicht sind, so die UNO.

Die halbe Weltbevölkerung ist dem Malaria-Risiko ausgesetzt. Der MDG-Bericht 2010 stellt fest, dass es im Jahre 2008 rund 243 Millionen Fälle und beinahe 863.000 Tote gab. Von diesen Todesfällen waren 89 Prozent in Afrika.

Genauere Zahlen sind verfügbar bezüglich der gesteigerten Produktion und des Gebrauches von Moskitonetzen, die mit Insektengift behandelt wurden,. In Afrikaweit hat sich die Anzahl der Kinder im Alter von unter fünf Jahren, die ein solches Moskitonetz verwenden, zwischen 2000 und 2009 verdoppelt - ein Faktor, der zur Senkung der Kindersterblichkeitrate beiträgt.

Staats- und Regierungschefs definieren Aktionsplan bis 2015

Beim UNO-Gipfel im September werden die Staats- und Regierungschefs versuchen, sich auf einen Aktionsplan zu einigen. Dieser soll auf bisherigen Erfolgen aufbauen und die Lücken beim Erreichen der jeweiligen MDGs bis zum Zieljahr 2015 schließen. Über 100 Staatsoberhäupter und Regierungschefs, Führungsfiguren des privaten Sektors und zivilgesellschaftlicher Organisationen werden erwartet.

Beim UNO-Millenniums-Gipfel im September 2000 wurden die acht MDGs festgelegt, die weltweit Grundsätze für die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger, zur Verbesserung der Gesundheit und Bildung, zur Stärkung der Rolle der Frauen und ökologischer Nachhaltigkeit bis 2015 schufen.

Der Millenniums-Entwicklungsziele-Bericht, die jährliche Überprüfung der regionalen Fortschritte zur Zielerreichung, gibt die umfangreichsten und aktuellsten Daten wieder, die von 25 UNO- und internationalen Agenturen erarbeitet wurden. Dieser Bericht, der von der UNO-Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten produziert wird, ist von der UNO- Generalversammlung als ein offizieller Beitrag zum MDG-Gipfel anerkannt. Die vollständigen Daten, die für diesen Bericht verwendet wurden, sind auf der Website mdgs.un.org verfügbar.

Für weitere Information, Pressematerial und eine Medienkontaktliste besuchen Sie bitte www.un.org/millenniumgoals.

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UNO- Hauptabteilung Presse und Information (New York)
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Stellvertretende Direktorin, UNIS Wien
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