Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/176
24. Juni 2011

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, kein Verbrechen"

Erklärung zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr,
26. Juni 2011

WIEN, 26. Juni (UNO-Informationsdienst) - Der Drogenhandel, einstmals großteils ein soziales und kriminelles Problem, hat sich in den letzten Jahren zu einer enormen Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit von Menschen und Regionen gewandelt. Der jährliche 61-Milliarden-Dollar-Markt für afghanisches Opium finanziert Aufstände, internationalen Terrorismus und weitreichende Destabilisierung. In Westafrika verschärft der weltweite Kokainhandel im Ausmaß von 85 Milliarden US-Dollar die Abhängigkeit und Geldwäsche, während er die politische Instabilität verstärkt und eine Bedrohung für die Sicherheit darstellt.  Reines Kokain im Wert von einer US-Dollar-Milliarde verdient beim Handel in Westafrika zehnmal mehr als beim Verkauf in den Straßen Europas.

Nachdem diese Bedrohung so ernst ist, habe ich kürzlich eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer UNO-weiten Strategie ins Leben gerufen, um unsere Aktivitäten gegen unerlaubte Suchtstoffe und organisiertes Verbrechen zu koordinieren und zu stärken und sie in alle Handlungen auf den Gebieten der Friedenssicherung, Friedenskonsolidierung, Sicherheit, Entwicklung und Abrüstung zu integrieren.

Der diesjährige Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr bietet eine Möglichkeit zu betonen, wie wichtig es ist, diesen beiden Bedrohungen durch   Rechtsstaatlichkeit und der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten entgegenzuwirken. Unsere Begehung fällt mit dem 50sten Jahrestag des Einheits-Übereinkommens von 1961 über Suchtstoffe zusammen.

Dieses Übereinkommen und die anderen wichtigen internationalen Drogenkontrollverträge bewirken mehr als nur uns im Kampf gegen den Suchtstoffhandel zu helfen; sie schützen gefährdete  Menschen mittels einer Reihe von Aktivitäten, zu denen sich die Staaten selbst verpflichten, einschließlich der Bildung und Prävention, der Behandlung von Drogenabhängigkeit, Nachsorge und Rehabilitation für Drogenkonsumenten und soziale Unterstützung.

Diese Maßnahmen sind entscheidend, weil Drogenkonsum eigentlich ein Gesundheitsthema ist. Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, kein Verbrechen. Die wirklichen Kriminellen sind die Drogenhändler.

Die Angebotsseite ist nur die halbe Gleichung.  Wenn wir nicht die Nachfrage nach illegalen Suchtstoffen einschränken, können wir niemals den Anbau, die Produktion und den Handel bekämpfen.

Regierungen haben eine Verantwortung, dem Drogenhandel und Drogenmissbrauch entgegenzuwirken, aber auch Gemeinschaften können eine Großteil dazu beitragen. Familien, Schulen, die Zivilgesellschaft und religiöse Organisationen können dazu beitragen, ihre Gemeinschaften von Drogen fernzuhalten. Unternehmen können helfen, legitime Existenzgrundlagen zur Verfügung zu stellen. Die Medien können das Bewusstsein für die Gefahren von Suchtstoffen schärfen.

Wir können erfolgreich sein, wenn wir unsere Verpflichtung für die Grundprinzipien von Gesundheit und Menschenrechten, geteilter Verantwortung, einem ausgewogenen Zugang zur Reduzierung von Angebot und Nachfrage und einem allgemeinen Zugang zu Prävention, Behandlung und Unterstützung bekräftigen. Das würde Gemeinschaften frei von drogenbezogenen Verbrechen und Gewalt sowie Einzelpersonen frei von Drogenabhängigkeit fördern, die für unsere gemeinsame Zukunft und eine sicherere Welt für alle ihren Beitrag leisten können.

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